Neues aus Bayern

Tom Kanopka, der BN-Regionalreferent für Ober- und Mittelfranken, erklärte in Creußen die BN-Situation in Bayern.

Der Bayern-BN hat 229 000 Mitglieder. Jährlich kommen 3000 dazu.

Das "grüne Band" (ehemaliger Grenzstreifen zur DDR, eine Idee des BN) ist inzwischen das größte Biotop-Projekt Deutschlands. Südkorea kopiert es gerade an der Grenze zu Nordkorea.

Das Auswildern von Wildkatzen läuft gut, vor allem in Oberfranken.

Nachdem 1971 mit Presserummel der erste Biber nach Bayern gesiedelt wurde, gibt es jetzt 20 000. Wo sie meisterhaft ihre Dämme bauen, explodieren die Zahlen von Libellen und Schmetterlingen in den Auen.

Der BN-Bayern hat 3000 ha ("die schönsten Kleinode Bayerns") zur Biotop-Pflege und schafft personell nicht mehr.

Fraglich ist, ob mit Markus Söder an Bayerns Spitze die Suche nach einem 3. Naturpark weitergeht. Im Steigerwald, den der BN empfiehlt, weigerte sich Förster Georg Sperber immer gegen Weisungen von oben, alte Buchen zu fällen. Deshalb gibt es dort so erhaltenswerte Buchen-Inseln. Aber in München denkt man an Naturparks in der Hohen Rhön oder in den Auwäldern der Donau.

In den letzten 30 Jahren verlor Bayern in seinen Naturschutzgebieten 80 % der Insektenmasse. Parallel verschwinden Feldlerche, Kiebitz und Wiesenkieker.

Im Frankenwald gibt es ein Pilotprojekt "Weidevielfalt": 50 Bauern lassen ihre Rinder draußen statt im Stall. Nächstes Ziel ist es, die Schweinehaltung zu verbessern.

Ein Glück ist Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner, weil er die Ökoanbauflächen erhöht. Deshalb gab es im letzten Jahr 900 Umstellungsbetriebe.

Gegen den Radikal-Pflanzenvernichter Glyphosat (nur genveränderte Pflanzen überstehen das Spritzen) gab es EU-weit 1,3 Mill Unterschriften. Auf 40 % der deutschen Äcker wird es eingesetzt. Monsanto macht damit weltweit 6,5 Mrd Dollar Umsatz. Monsanto hat 3 Patente: Für Herbizide (Unkrautbekämpfung), Komplexbildner (sie lösten in Südostasien Nierenschäden bei den Menschen aus) und Antibiotika (in ganz Amerika kommt es zu Krebserkrankungen).

Der Flächenfraß in Bayern beträgt weiterhin 18 ha pro Tag, auch wenn man das in München statistisch herunter rechnet auf die Hälfte. Das sind 14 Fußballfelder pro Tag, die zugebaut werden, oder 68 Quadratmeter in der Minute. "Alle drei Jahre verlieren wir in Bayern eine Naturfläche in der Größe von Nürnberg. In ein paar Jahrzehnten ist Franken vollkommen bebaut."

Weil viele Menschen abwandern aus den oberfränkischen Randlandschaften, wollen das die Bürgermeister dort mit attraktiven Wohngebieten stoppen. So kommt es hier zu hohem Flächenverbrauch, mehr als in den Großstädten (wo man innen verdichtet).

Für Flächenfraß sorgte auch die ICE-Trasse nach Erfurt und die A 73 von Coburg nach Erfurt. Verhindert sind die Fichtelgebirgsautobahn (400 ha Naturverlust) und der Flughafen Coburg (100 ha). Bei letzterem stellte sich endlich auch der BBV auf die Seite des BN.

Ein Volksbegehren gegen den Flächenfraß braucht ein breites Bündnis, um die vielen Unterschriften (ca 1 Mill) in nur 2 Wochen zu bekommen (und zum Volksentscheid voranzugehen). Z. B. scheiterte das Begehren "Aus Liebe zum Wald" 2004 an der Hürde von 940 000 Unterschriften - es kamen 20 000 zu wenig. Infos dazu auch bei www.betonflut-eindaemmen.de.





Kontakt: Th. Knauber - E-Mail