Das Neueste im Bund Naturschutz Pegnitz

Entlang des neuen Radweges von Hainbronn nach Weidlwang wollen wir zusammen mit den Grünen bunte Blumen und Obstbäume pflanzen. Dazu gab es bereits eine Ortsbesichtigung.

Termine 2017

(bitte beachten: Für die Berlinfahrt im August möglichst bald anmelden bei Seitz & Stöhr. Sie ist unschlagbar billig mit 99 Euro, und bietet viel: Stadtrundfahrt, übernachtung und Besuch der Internationalen Gartenschau. Unsere Gisela Leinberger, eine Gartenexpertin, führt uns.)

Wanderung auf den Hainberg bei Pegnitz, mit Geo-Rangerin Ulrike Hauer, Anfang Mai (sobald viel blüht). Treffpunkt in Reisach, abends. Der Termin wird noch über die Presse bekannt gegeben.

Radtour in den Veldensteiner Forst, zu 20 Naturbesonderheiten, mit dem Radlclub, Sonntag, 21. Mai, 9.30 Uhr ab Bahnhof Pegnitz, 10 Uhr auch ab Horlach

Besuch in der Staudengärtnerei von Martina Pausch, Althaidhof, Mittwoch, 31. Mai, 18 Uhr

Wanderung mit übernachtung in einer Höhle, am 16./17./18. Juni, Info bei Th. Knauber, 09241 / 30 55, Start 18 Uhr am Freitag. Rückkehr am Sonntag früh.

Diavortrag zur Internationalen Gartenschau in Berlin von Gisela Leinberger am Donnerstag, 22. Juni, um 19.30 Uhr, in der Ratsstube.

Land-Art: Objekte in Landschaft stellen, fotografieren. Samstag, 24. Juni, 14 Uhr, unterhalb der Lochsfelsen an der Pegnitz, in den Wiesen. Dadurch sind interessante Luftaufnahmen von den Felsen herunter möglich.

Klettersteig am Höhenglücksteig, am Samstag, 1. Juli, 14 Uhr, ab Hirschbach

Filzen per Hand: ein Abendkurs mit Ulrike Hauer, Karl-Bröger-Str. 7 (bei Knaubers im Garten), Freitag, 7. Juli, 17 Uhr

Autofahrt in den Veldensteiner Forst, zu 20 Naturbesonderheiten, mit der VHS, Sonntag, 9. Juli, 9.30 Uhr, ab Hufeisen-Wildgehege. Mit Förster Harald Kannowsky. Anmelden bis 28. Juni bei der VHS unter 09241 / 72331 vormittags.

Fahrt zur Internationalen Gartenschau in Berlin, am Sa./So. 26./27. August ( = wir schließen uns an eine 99-Euro-Städtereise des Busunternehmens Seitz & Stöhr, Betzenstein, an = früh dort anmelden unter 09244 / 269). Am Samstag ist eine Stadtrundfahrt, am Sonntag der Besuch in der Gartenschau.

Kindernachmittag auf den Pegnitzwiesen, Dienstag, 29. August, 14 Uhr (Boot und Brücke bauen, Tipi bemalen, Lehm pantschen, Bumerang bauen, Ponys reiten; evtl. mit Übernachtung im Stroh).

Höhlenbegehung in Steinamwasser, in der "Höhle ohne Namen", auch für Kinder ab 10 Jahre: Donnerstag, 31.August, 17 Uhr, Treff beim Gasthaus Zur frischen Quelle, im Ort.

Besuch im Wasserwerk Ranna, wo unterirdisch die Speicher für Nürnberg zu sehen sind, mit dem Radlclub, Montag, 2. Oktober, vermutlich 14 Uhr

Lagerfeuer für Groß und Klein, mit Kulinarischem und Meisenknödel-Basteln, bei Margarete und Arnulf, Karl-Bröger-Str. 2, am Freitag, 6. Oktober, ab 17 Uhr.

Zu den Vulkanen der Oberpfalz, Tagesausflug mit Geologe Dr. Thomas Reinl, Sonntag, 8. Oktober, um 9 Uhr, ab Wiesweiher

Hildegardkräuter und -gewürze, ein Abend mit Johanna Eisner (Kemnath), Donnerstag, 12. Oktober, 18 Uhr, Brot & Buch-Cafe Schorner, Lindenstraße

Besuch auf dem Biohof Münzinghof, geführt von Landwirt Peter Blancke, Freitag, 13. Oktober, 18 Uhr Treff am Wiesweiher, mit Autos

Filmabend mit Georg Bock, preisgekrönter Naturfilmer aus Bronn, Mittwoch, 8. November, Ratsstube, 19.30 Uhr.

"Japans Gärten - meine schönste Reise überhaupt", Dienstag, 24. November, 19.30 Uhr, Gisela Leinberger berichtet aus Fernost; ASV-Heim

Wir zu uns

Der Bund Naturschutz Pegnitz hat 75 Mitglieder. Aktiv ist aber nur ein kleiner Kreis um Thomas Knauber und Ralf Richter. Thomas Knauber wurde vor Jahren zum Vorsitz zwangsverpflichtet, weil die Gruppe zu ersterben drohte.

Er fand aber später bei einem BN-Kindernachmittag in Ralf Richter einen Vater, der aus Gefrees stammt und dort schon mit 18 Jahren stark für den BN aktiv war. Mit dem Umzug nach Pegnitz hatte er zwar eine BN-Pause. aber inzwischen leitet er begeistert die alljährliche Kröten-Sammelaktion im März und ist unser eiserner Kassier. Eisern heisst, er rückt kaum Geld heraus.

Zweiter Vorsitzender ist ganz frisch Jörg Weinreich. Er leitet die Stadtücherei in Bayreuth, hat deshalb wenig Zeit und ist trotzdem in Notfällen immer da.

Thomas Knauber war 30 Jahre lang Redakteur in Pegnitz und ist seit Neuestem in Altersteilzeit. Aber sie brachte ihm nicht den erhofften Sofa-Zustand. Er kurvt immer noch wie wild herum, um seine Jobs zu erledigen:
Beim "Gnadenhof für Tiere" und im Verein "Kinder von Nepal".

Ab und zu erscheint eine "Naturpost". Sie berichtete zuletzt von unseren Ausflügen zu den Stadtwerken in Nürnberg und zum Öko-Bauernhof von Hans Klischewsky in Hartenstein.

Kleine Notizen

Machen Sie mit bei unseren Kröten-Sammelaktionen im Frühjahr. Ralf Richter lenkt das alles: (09241) 72 46 39. Innerhalb von vier Wochen müssen Sie dann einmal in der Woche (am Morgen oder Abend) zu Krötenzäunen fahren und Kröten über die Strasse tragen, die in Fangeimer entlang eines grünen Zauns gefallen sind. Diese Zäune stehen im Veldensteiner Forst und vor Körbeldorf, bei der Autobahn. In Bronn gibt es auch einen Zaun; aber er wird gut von Marina und Maximilian betreut.

Bischofssitz & Wolf

Mit Förster Harald Kannovsky entdeckten wir den Veldensteiner Forst. Geplant war ein Konvoi zu seinen 20 Sehenswürdigkeiten, aber es wurde eine 9 km-Wanderung zu drei Punkten draus: Wirrenloch, Bischofssitz und Hühnerfelsen. Trotzdem wurde es interessant, wegen der Erzählungen von Herrn Kannovsky über den Wald.

Hierzu kleine Punkte: Unter dem Forst (6000 Hektar groß, bewachsen mit 40 000 Festmeter Holz) ruht ein Wasserreservoir so groß wie der Ammersee - in riesigen unterirdischen Höhlen. Drüber zieht sich ein Trockental von Betzenstein bis Lungsdorf, das Gänstal. Es hatte früher Wasser. Wir streiften dort ein Maisfeld mit Elektrozaun gegen Wildschweine. Es hat einen Rand mit Weizen, um die Rotte leichter zu sehen bei der Jagd.

Wildschweine sind gefährlicher als Wölfe, erfuhren wir - wovon es mittlerweile zwei gibt im Forst, eins davon ein Weibchen, wie Laborprüfungen ihrer Haare/Speichel an Opfertieren ergaben. Diese Wölfe haben riesige Reviere und traben die eifrig ab, um sie zu markieren. Weitwanderungen sind auch bezeugt von Kroatien nach Polen und Frankreich zur Schweiz. Sie reißen nun unser Rotwild hier, das keine Ahnung hat, wie sich wehren. Erst spät kommt es zur Rudelbildung als Abwehr.

Sollten mal Bären auftauchen, helfen Glöckchen am Rucksack. Lärm hält auch den Wolf fern. Bei Bär und Wildschwein hilft auch der Sprung auf einen Baum. In den USA haben deshalb wilde Campingplätze immer einen Baum mit kurzen Steigästen dabei.

Wir hörten auch viel über die Bäume. Die Förster müssen jährlich 35 000 Pflanzen auf über 5 Hektar Land neu setzen. 25 Mann sind im Einsatz. Gefällt wird auch viel, wobei ein Festmeter 100 Euro gibt. Ein Festmeter ist ungefähr ein schlanker Baum.

Buchen gehen in eine Spezialfabrik in Österreich, die daraus Viskose (Textil) und Süßstoff herstellt. Froh ist man, dass die totgeglaubte Tanne (Schwefel schadete ihr; Anti-Schwefelmaßnahmen halfen) wieder aufblüht. Denn sie ist als einzige dem neuen Klima gewachsen. Und: Durch die Luft kommt so viel Stickstoff herunter, dass die Fichten hier viel zu schnell wachsen.

Hat eine Fichte dürr hängende Feinzweige an einem Ast, ist der Borkenkäfer drin. Sie wird dann sofort gefällt.

Generell bemüht man sich, überall für vier Baumarten zu sorgen (Fichte, Tanne, Buche, Kiefer), um für klimat. Eventualitäten gewappnet zu sein.

Eichen und Kiefern brauchen Sonne, Buchen den Schatten. Ahorn gedeiht nur in den feuchten Tälern. Süße Bäume müssen umzäunt werden beim Aufwachsen, weil das Wild so gern nascht. Rotwild lockt man deshalb auch per Fütterung zu Altbaumbeständen (weniger süße Borke) und hält sie dort.

Lässt man eine Wiese ungepflegt, schnappt sich die Buche das Stück - nachdem sie Schwarz- und Weißdorn und Ahorn verdrängt hat.

Vor 120 Jahren war der Forst geplündert. Mickrige Kieferbestände und viel Leere prägten ihn. Heute steht er gut da, aber die Förster verzichten auf Spezialsorten wir Blutbuche oder Douglasie. Sie spotten über Gärtnereien, die jede neue Art hochpäppeln.

Wichtig ist beim Altholz, es stehend zu belassen (als verdorrte Stämme), weil dann mehr Insekten Unterschlupf finden. Auch nisten sich Fledermäuse in die Rindenlücken. Beim Punkt "Schutzengel" sahen wir auch die Baumschwämme am dürren Stamm, die am warmen Spätnachmittag ihren Nachwuchs planen: Plötzlich stoßen sie Wolken von Sporen aus.

Beim "Schutzengel" fand man einmal ein verirrtes Kind nach drei Tagen wieder. Ein Dankesbild hing danach am Stamm, wurde durch ein Eisenkreuz ersetzt und Herr Kannovsky ließ wieder ein Bild malen (Plecher Künstler).

"Kallmünzer" stehen auch ab und zu im Wald herum, das sind kleinere Sandsteinbrocken, der Rest der Kreidezeit, die ihren Flussdelta-Sand über die Dolmitfelsen schob, welche ein Relikt tropischer Meereszeiten sind (als Europa noch am Äquator lag).

Solch ein Kallmünzer, nur quer, ist der Bischofssitz St. Otto mitten im Wald. Von Richard Wächter erst vor Kurzem entdeckt, war er einst so positiv bewertet, dass man den Bamberger Bischof drauf sitzen ließ, als er mal zu seinem Outpost Michelfeld düste. Vermutlich liegt er auf einem gut abstrahlenden Fleck Erde (mosaikartig gibt es auch negative Ecken und neutrale im Land). Eventuell wurde er in Urzeiten noch gedopt, d. h. informiert. Aber meist hatten solche Steine eine Eigenkraft, die man damals zum Heilen von Krankheiten benutzte: Man legte sich drauf, oder lehnte sich an bestimmte gute Stellen. (Der Lehrer Oswald Tränkenschuh macht sehr gut besuchte Führungen zu solchen Steinen in den Haßbergen. Auch bei uns gibt es Areale mit solchen Heilsteinen.). Ob ein Felsen gut abstrahlt, liest man auch an den Bäumen ab. Denn biegt sich ein Stamm weg vom Fels, weicht er Schlechtem aus. Hat der Stamm viele Auswüchse, steht er auf einem unruhigen Platz. Dreht sich sein Stamm, ist das der Versuch, ein Überpotential von Plus oder Minus am Standort auszugleichen. Streckt ein Baum aber seine Äste über konzentriert einen bestimmten Punkt,liegt darunter ein gut abstrahlender Erdfleck.

Die ganzheitliche Gärtnerei

Es war unglaublich gut besucht: über 20 Leute fanden nach Althaidhof zu Martina Pausch. Darunter zwei Damen aus Auerbach und eine aus Thailand. Und unsere Reise lohnte. Denn Martina hat so eine schöne kleine Gärtnerei eingerichtet, mit ordentlich in Reihen blühenden und wachsenden Pflänzchen für Stauden, Steingarten, Kräuter, Bienen, Küche. Das alles liegt in einem grünen Tal, das links in eine große Bergwiese übergeht, in ein Idyll.

Ihr Mann Kai, ein Zimmermann, berichtete, wie er diesen Fleck Erde fand. Er war bei einem Freund zu Besuch, der rechts oben wohnt, und sah diese alte Streuobstwiese. Eine alte Frau lebte hier, mit Schafen. Er und seine Frau - Martina ist urprünglich Kindergärtnerin, war aber immer am Gärtnern interessiert - konnten alles kaufen. Jetzt steht ein neues Holzhaus dort und die Kinder, 13 und 17 Jahre alt, haben oberhalb einen kleinen Tierstall. Die Hühner sind ein Geschenk aus einer Bio-Eierfarm, wo auch alle zwei Jahre über Tausend Hennen getötet werden, weil sie angelich nicht mehr so viel legen. Aber hier in Althaidhof erholten sich die Geschenkhühner bestens und legen toll. Aus ihren Eiern bekamen wir einen Gemüsekuchen, eine Art flache Quiche, supergut.

Kai kommt seit Jahren nicht nach mit dem Umsetzen seiner Ideen. Er wurde z. B. zum Imker: "Es ist doch bitter: mittlerweile finden die Bienen in München und Berlin mehr Pollen als die Bienen hier bei uns. Wir müssen wieder Obstbaumwiesen anlegen, kleine Inseln schaffen.". Er freut sich auch über jedes Hornissenvolk, das sich einnistet. Einmal entdeckte er eine Ringelnatter: "Da ging für mich die Sonne auf." Er macht auch seit zehn Jahren Haufen am Rand für seinen Baum- und Grasschnitt. Dort siedelten sich dann Ameisen an und Erdkröten. Eidechsen schlüpfen schon über eine stetig wachsende Steinwand, wo er alle Feldsteine deponiert, die er beim Hundausführen irgendwo findet. Ich vermute, dass die kleinen Tiere deshalb so gern herziehen, weil sie hier Menschen spüren, die ein Gefühl für die Natur haben. Martina und Kai setzten auch viele Obstbäume neu und pflanzten an, was hereintrudelte: Ein Ginko aus Weimar, Irisblüten von einer Freundin, eine gestrandete Eibe, eine kleine Linde. Wo jemand nicht wusste, wohin mit einem Baum, gab er ihn hier ab.

Martina hat den Wunsch, hier den Naturkreislauf wieder in Gang zu setzen - obwohl ihr kleines Tal ein Kaltwetterloch ist. Die Abendwärme kühlt z. B. mit dem Sonnenuntergang rapide weg. Was blüht, hinkt zwei bis drei Wochen den kleinen Kollegen in der Forchheimer Gegend nach. Martina achtet deshalb darauf, Robustes zu ziehen, das unser Oberfranken aushält. Außerdem folgt sie ihrer Lehrmeisterin, Frau Augustin (sie hat die berühmte Stauden-Gärnerei in Effeltrich), die bei der Ausbildung sagte: Sammelt Seltenes, hängt euch nicht an die Masse. So geht es Martina heute, im ersten Jahr der eigenen Gärtnerei, nicht so sehr um tolle Blüten, sondern um Seltenes, um Wildes, um Duft. Für ihre Gärtnerei plant sie noch Schauflächen, auch Farne und Wasserpflanzen. Es gibt aber schon einen Bienenhügel, ein Bienenblütenfeld ("das hat wunderbar funktioniert"), einige schöne hohe Gräser und ein Mutterpflanzenquartier.

Martina hat am Sonntag, 18. Juni, von 10 bis 19 Uhr einen "Tag der offenen Tür" mit einem Vortrag über Rosen-Begleitstauden (seltene Sorten) und mit Tipps einer Kräuterpädagogin zu Wildkräutern. Dann verteilt sie auch ihre Flyer, die alle halbe Jahre erscheinen und auf ihre eigenen Workshops (Kranzbinden, Floristik, Adventsmarkt am 3. Advent) und Kurse hinweisen (auch: www.martina-pausch.de). Geöffnet ist ansonsten von Mittwoch bis Freitag (9 - 12 und 14 - 18 Uhr) sowie samstags (9 - 13 Uhr). Sie gestaltet auch die Tische für Konfirmationen und Hochzeiten. Verbunden ist Martina mit zwei Baumschulen und zwei Staudengärtnereien. Sie hat auch Kontakt zu Christian Kress in Österreich (Firma Sarastro), am Inn, der ihr zum Beispiel seltene Flox mitgab. "So ein Austausch passiert oft. Das gibt immer neue Inspirationen."

15 Jahre lang ging Martina auch in Kunden-Gärten und beriet beim Anlegen. Aber jetzt lässt sie sich am Smartphone Bilder der Kundengärten zeigen oder Skizzen, und erzählt dann: Zu jeder Staude und zu jedem Heilkraut weiß sie etwas. Wir hörten so vieles beim Durchlaufen: Guter Heinrich und grüne oder rote Melde (Spinat-Ersatz), kleine Binsenlilie (blüht blau), kleine Teppichkamille, Storchenschnabel "Ballerina", Katzenminze Sibirica und Poseideon (beide duften sehr), Steinquendel ("meine liebste Pflanze; sie blüht ab September"), Herzgespann (alte Heilpflanze, gute Blüten, ein Hummelmagnet), echter Eibisch (rosa Kelche), Trippmadam (die Spitzen schmecken gut im Salat), rote Schafgarbe (hält die Farbe, gut für Kränze), Kandelaber-Ehrenpreis (blüht weiß, oder rosa oder blau), kleiner Ziest (gut für Bienenhügel), Knautia (Acker-Witwenblume, langblühend), Elfenblume (ein Überlebenskünstler), Rosenwaldmeister und Polsterglockenblume (ideal als Bodendecker auf Gräbern), Islandmohn (kurzlebig, schöne Blüte), gelber Scheinmond (robust), Trollblume (braucht feuchte, schattige Ecken), weiße Jakobsleiter (duftet), seltene Fingerhüte, Steppenkerze (hohes Schaugras), Sommerröschen, Zimbelkraut (blüht ewig lang).

Tipps gab es noch am Rand:
1. Haben Stockrosen einen Pilz, dann zurückschneiden oder mit Schachtelhalmbrühe besprühen.
2. Setzt man Stauden in Tröge, dann gut düngen (mit Brennnesseljauche) und nach zwei Jahren teilen und in den Garten setzen.
3. Will man eine Blütenfarbe lange halten, dann auf Sortenreinheit achten: die Samen nicht ausreifen lassen, sondern abzupfen.
4. Auf gute, torffreie Erde achten und wenig düngen (wenn, dann ökologisch. Marztina hat da ein Spezialprodukt).

Werfen Sie Samenbomben!

Die Engländerin Josie Jeffery schrieb das Buch „Wie Samenbomben die Welt verändern“ (Ulmer Verlag).

Samenbomben sind kleine Kugeln aus Erde und Ton und Samen, von Hand gedreht, die man auf Brachflächen oder unzugängliche hässliche Grundstücke werfen kann, um dort Blumen wachsen zu lassen.

Josie Jeffery wuchs als Tochter von Straßenmusikanten auf, die mit ihren fünf Kindern in Europa von Festival zu Festival zogen oder bei einem Zirkus blieben. Aber in Suffolk/England gab es eine Farm, um sich immer wieder zu erholen. Dort lernte Josie Jeffery die Initiative „Green Deserts“ kennen, die Wüsten mit Pflanzen beleben wollte.

1991 siedelte ihre Familie fest in Wales. Josie Jeffery studierte jetzt Kunst, zog 2003 nach Brighton und studierte noch einmal, diesmal Gartengestaltung. Im Radio hörte sie dann von Samenbomben und baute sie sofort in Workshops ein, die sie im Londoner „Museum für Gartengestaltung“ gab. Später gründete sie das Label „seedfreedom.net“.

Die Ursprünge der Samenbomben liegen in Japan, wo es so etwas seit Urzeiten gab, tsuchi dango genannt, Erdkloß. 1938 wurde dieses Verfahren durch Masanobu Fukuoka (1913 – 2008) bekannt, einen Mikrobiologen, Landwirt und Philosoph. Er schrieb „Rückkehr zur Natur – die Philosophie des natürlichen Anbaus“. Ihm ging es um Nachhaltigkeit, um ein Ackern ohne Umweltverschmutzung. Er sammelte Samen, um die Wüsten zu begrünen und seine Nachahmer belebten viel Brachland von Indien bis Südamerika.

1998 stiftete das griechische Ministerium der Bevölkerung von Arnissa einige Tonnen von Samen, um mit Samenbomben 10 000 Hektar zu begrünen.

Ein Jahr vorher hatte der israelische Flugzeugingenieur Moshe Alamaro die Idee, Kegel zu bauen, oben offen und mit Samen gefüllt, und sie über vom Krieg zerstörte Gebiete abzuwerfen. Die Kegelspitze steckte dann fest in der Erde.

Bekannt ist auch, dass ein Lokführer unterwegs die Samen von Fingerhüten aus dem Fenster warf, um den Bahndamm zu verschönern.

Möglich ist es auch, Samen und Erde mit einem kleinen Trichter in Latex-Luftballons zu füllen und steigen zu lassen. Auch Papiertüten eignen sich als Behälter und Wurfobjekt.

Das Ganze nennt man „Guerilla-Gardening“ (Guerilla = kleine Armee). Diese Bewegung entstand 1649 in England, als ein Gerrald Wistanley die Gruppe „True Leveller“ (Einebner) gründete. Sie besetzte Land und verteilte das angebaute Gemüse. Es waren Agrarkommunisten mit radikaler protestantischer Haltung, die den Mensch und die Umwelt verbinden wollten. Aber zwei Jahre später wurde die Bewegung von Oliver Cromwell zerschlagen.

1973 erwachte sie wieder, als die Künstlerin Liz Christie in New York ein Stück Brachland vom Müll reinigte und als Nachbarschaftsgartren anbot („Green Guerilla“). Ein Jahr später konnte die Gruppe das Gelände pachten, 2002 wurde es zum „Bowery Houston Community Farm and Garden“.

Die Amerikaner feiern sowieso immer am 11. März einen Pionier des „freien Gärtnerns“, nämlich John Chapman (1774 – 1845), der immer Apfelkerne pflanzte, wenn er unterwegs war. 15 000 Obstbäume in Ohio, Illinois und Indiana führt man auf „John Appleseed“ zurück.

2007 kam es in Österreich zu Aktionen (Wuchermensch, Rollrasenaktion), nachzulesen in „guerillagaerten.com“.

2008 folgte in Glasgow eine Initiative, um Gehsteige mit Blumen zu verschönern und Bienen Nahrung zu geben (glasgowguerillagardening.org.uk).

2009 trat in Colchester/England der „Strauchmann“ auf, gekleidet in Blätter und Moos, und pflanzte Blumen, um gegen den Plan der Stadt zu protestieren, jedes fünfte öffentliche Beet aufzulösen. Danach wurde dieser Plan gestrichen.

In Deutschland sind in München und Berlin „Gartenpiraten“ aktiv.

Um eine Samenbombe zu machen, mischt man 5 Teile Erde mit 4 Teilen Tonpulver, fügt einen Teil Samen dazu und etwas Chilipulver gegen Schädlinge, eventuell auch etwas Flüssigdünger.

Josie Jeffery nennt am Ende ihres Buches Pflanzensamen , die man in die Kugel geben kann:

Um etwas für Bienen zu tun, sind es der rote Fingerhut, Rotklee, Oregano, Kornblume, Heil-Ziest und Flockenblume.

Für Schmetterlinge sind es roter Fingerhut, rote Lichtnelke, Margerite, Flockenblume, Wiesen Witwenblume und Kornrade. Für Vögel sind es Wiesen-Sauerampfer, Wiesen Witwenblume, Flockenblume, Herbst-Löwenzahn und wilde Karde.

Kamille wirft man z. B. am Besten im April/Mai und August/September, Mohn im März/April und September/Oktober, Kornrade im Mai und September, Lichtnelke immer, Heil-Ziest von März bis September und Oktober bis Februar, Kornblume von März bis Mai und im Herbst, Schlüsselblume im Juli, Ringelblume im März/April und den roten Fingerhut von Juni bis August.

Unser Klima kippt

Sehr gut war im März das Klima-Referat von Professor Dr. Christoph Thomas (Uni Bt.) vor dem Kreis-BN.
Der Mikro-Meteorologe (Kleinklima) betonte, dass die Jahre 2014 und 2015 die wärmsten seit 1850 waren. Regenfälle kommen nicht mehr kontinuierlich, sondern schubweise. Dies stört beim Säen: die Böden sind zu oft trocken.
Allgemein steigt auch die Temperatur, insgesamt um 1 Grad. Heuer war der Januar kälter als normal und der Februar zu warm. Die Monatswerte ändern sich also. Aber übers Jahr betrachtet bleibt trotzdem noch eine Temperatur-Konstante.

Schon vor 120 Jahren warnte der Wissenschaftler Svante Arhenius (Nobelpreisträger), dass eine Verdoppelung des Kohlendioxid-Ausstoßes eine Erwärmung um 4 Grad verursacht (Treibhauseffekt). Aber wir haben auf der Erde einen natürlich verursachten Treibhaus-Effekt, der 33 Grad herstellt. Ohne ihn hätten wir minus 18 Grad. Nur der vom Menschen dazu gemachte Effekt steigert jetzt alles um 1 Grad.
Seit 1850 stieg das Kohlendioxid um 40 % an, Methan um 250 % und Lachgas um 20 %. Die beiden letzteren Gase ändern das Klima am stärksten, weil z. B. ein Molekül von Methan 30 mal effektiver ist als ein Molekül von Kohlendioxid. Das Lachgas-Molekül ist sogar 300 Mal effektiver. Das jetzt verbotene Spraydosengas war 3000 Mal wirkungsvoller.
Lachgas entsteht in Kuhmägen, d. h. besonders in der Viehzucht Südamerikas. Außerdem durch Termiten, wenn sie ihre Hügel bauen und dabei verdauen.
Das Kohlendioxid stieg in den letzten 20 Jahren beängstigend an, wie die "Kieling-Kurve" zeigt.

Seit 1880 haben wir 1,1 Grad mehr Temperatur in Deutschland; haben 19 cm mehr Meereshöhe und den höchsten Kohlendioxid-Wert seit 800 000 Jahren - außerdem Extremregen.
Bis zum Jahr 2100 dürfte das Meer um 26 bis 82 cm steigen und die Erwärmung um 0,9 bis 5,4 Grad. Zwei Drittel des kritischen Kohlendioxid-Ausstoßes haben wir schon da; nur noch ein Drittel (1000 Gigatonnen) darf kommen. "Wir wissen das und bremsen nicht."
Weiter: Oft wird es in Wirklichkeit schlimmer, als die Wissenschaft vorhersagt.

Dr. Thomas ergänzte: Die größte Unbekannte bei der Klima-Entwicklung sind die Wolken. Sie sind noch unverstanden.

Für Oberfranken sagte er mehr Wärme und Trockenheit voraus. "Besonders das Frühjahr wird extrem trocken." Nötig wären jetzt Pflanzen, die diese Trockenheit aushalten, aber danach auch die Feuchte und Kälte. Die gibt es aber nicht. Die Folge sind Waldverlust und auch Waldbrände. Er riet zum Umstellen: weniger Fichten, mehr vielfältige Laubbäume. Aber mehr Bäumen zu pflanzen, bringt sehr wenig. Viel effektiver ist es, den Kohlendioxid-Ausstoß zu verringern.

Er schrieb seine Doktorarbeit über das Bäumesterben am Waldstein. Aber nachdem die Förster dort zweimal gekalkt hatten, erholten sich die Fichten innerhalb von 13 Jahren bestens. Das Klima war also nicht schuld.

Die Uni Bt hat mehrere Klima-Messstationen, davon die anerkannteste im Botanischen Garten. Mehr Stationen sind nötig: "Ein Kraftakt."
Gemessen wurde z. B. die frostfreie Periode des Jahres. Innerhalb von 15 Jahren stieg sie von 102 auf 130 Tage an. D. h. es wurde immer früher warm im Juni und im Herbst später kalt.

Dr. Thomas betonte weiter, wie wichtig Sonnenlicht in der Landschaft ist: "Es ist unsere einzige Energiequelle." Teert man jetzt Flächen schwarz zu, hat man keine grüne Wiese mehr, die aufnimmt und reflektiert. "Das ist das A & O."

Wesentlich ist weiter der Schutz von "atmosphärischen Flüssen" im Himmel, d. h. die Ströme des Kohlendioxids, die Photosynthese (Blattgrün macht Frischluft) müssen beachtet werden. Jeder tot gedüngte Acker stört. "Unser Ziel ist es, das Kreislaufdenken zu fördern."
Er will deshalb in Schulen gehen, und junge Leute wach machen.

"Früher brauchte eine kleine Klimaänderung 1000 Jahre. So schnell wie jetzt, in nur 200 Jahren, geschah es noch nie."
Weiter: "Wir stoßen alles ins Ungleichgewicht und lassen keine Gleichgewicht mehr zu."
Wenn man nicht in den nächsten drei Jahren handelt, kommen auf die Menschheit hohe Reparaturkosten zu.





Kontakt: Th. Knauber - E-Mail