Bischofssitz & Wolf

Mit Förster Harald Kannovsky entdeckten wir den Veldensteiner Forst. Geplant war ein Konvoi zu seinen 20 Sehenswürdigkeiten, aber es wurde eine 9 km-Wanderung zu drei Punkten draus: Wirrenloch, Bischofssitz und Hühnerfelsen. Trotzdem wurde es interessant, wegen der Erzählungen von Herrn Kannovsky über den Wald.

Hierzu kleine Punkte: Unter dem Forst (6000 Hektar groß, bewachsen mit 40 000 Festmeter Holz) ruht ein Wasserreservoir so groß wie der Ammersee - in riesigen unterirdischen Höhlen. Drüber zieht sich ein Trockental von Betzenstein bis Lungsdorf, das Gänstal. Es hatte früher Wasser. Wir streiften dort ein Maisfeld mit Elektrozaun gegen Wildschweine. Es hat einen Rand mit Weizen, um die Rotte leichter zu sehen bei der Jagd.

Wildschweine sind gefährlicher als Wölfe, erfuhren wir - wovon es mittlerweile zwei gibt im Forst, eins davon ein Weibchen, wie Laborprüfungen ihrer Haare/Speichel an Opfertieren ergaben. Diese Wölfe haben riesige Reviere und traben die eifrig ab, um sie zu markieren. Weitwanderungen sind auch bezeugt von Kroatien nach Polen und Frankreich zur Schweiz. Sie reißen nun unser Rotwild hier, das keine Ahnung hat, wie sich wehren. Erst spät kommt es zur Rudelbildung als Abwehr.

Sollten mal Bären auftauchen, helfen Glöckchen am Rucksack. Lärm hält auch den Wolf fern. Bei Bär und Wildschwein hilft auch der Sprung auf einen Baum. In den USA haben deshalb wilde Campingplätze immer einen Baum mit kurzen Steigästen dabei.

Wir hörten auch viel über die Bäume. Die Förster müssen jährlich 35 000 Pflanzen auf über 5 Hektar Land neu setzen. 25 Mann sind im Einsatz. Gefällt wird auch viel, wobei ein Festmeter 100 Euro gibt. Ein Festmeter ist ungefähr ein schlanker Baum.

Buchen gehen in eine Spezialfabrik in Österreich, die daraus Viskose (Textil) und Süßstoff herstellt. Froh ist man, dass die totgeglaubte Tanne (Schwefel schadete ihr; Anti-Schwefelmaßnahmen halfen) wieder aufblüht. Denn sie ist als einzige dem neuen Klima gewachsen. Und: Durch die Luft kommt so viel Stickstoff herunter, dass die Fichten hier viel zu schnell wachsen.

Hat eine Fichte dürr hängende Feinzweige an einem Ast, ist der Borkenkäfer drin. Sie wird dann sofort gefällt.

Generell bemüht man sich, überall für vier Baumarten zu sorgen (Fichte, Tanne, Buche, Kiefer), um für klimat. Eventualitäten gewappnet zu sein.

Eichen und Kiefern brauchen Sonne, Buchen den Schatten. Ahorn gedeiht nur in den feuchten Tälern. Süße Bäume müssen umzäunt werden beim Aufwachsen, weil das Wild so gern nascht. Rotwild lockt man deshalb auch per Fütterung zu Altbaumbeständen (weniger süße Borke) und hält sie dort.

Lässt man eine Wiese ungepflegt, schnappt sich die Buche das Stück - nachdem sie Schwarz- und Weißdorn und Ahorn verdrängt hat.

Vor 120 Jahren war der Forst geplündert. Mickrige Kieferbestände und viel Leere prägten ihn. Heute steht er gut da, aber die Förster verzichten auf Spezialsorten wir Blutbuche oder Douglasie. Sie spotten über Gärtnereien, die jede neue Art hochpäppeln.

Wichtig ist beim Altholz, es stehend zu belassen (als verdorrte Stämme), weil dann mehr Insekten Unterschlupf finden. Auch nisten sich Fledermäuse in die Rindenlücken. Beim Punkt "Schutzengel" sahen wir auch die Baumschwämme am dürren Stamm, die am warmen Spätnachmittag ihren Nachwuchs planen: Plötzlich stoßen sie Wolken von Sporen aus.

Beim "Schutzengel" fand man einmal ein verirrtes Kind nach drei Tagen wieder. Ein Dankesbild hing danach am Stamm, wurde durch ein Eisenkreuz ersetzt und Herr Kannovsky ließ wieder ein Bild malen (Plecher Künstler).

"Kallmünzer" stehen auch ab und zu im Wald herum, das sind kleinere Sandsteinbrocken, der Rest der Kreidezeit, die ihren Flussdelta-Sand über die Dolmitfelsen schob, welche ein Relikt tropischer Meereszeiten sind (als Europa noch am Äquator lag).

Solch ein Kallmünzer, nur quer, ist der Bischofssitz St. Otto mitten im Wald. Von Richard Wächter erst vor Kurzem entdeckt, war er einst so positiv bewertet, dass man den Bamberger Bischof drauf sitzen ließ, als er mal zu seinem Outpost Michelfeld düste. Vermutlich liegt er auf einem gut abstrahlenden Fleck Erde (mosaikartig gibt es auch negative Ecken und neutrale im Land). Eventuell wurde er in Urzeiten noch gedopt, d. h. informiert. Aber meist hatten solche Steine eine Eigenkraft, die man damals zum Heilen von Krankheiten benutzte: Man legte sich drauf, oder lehnte sich an bestimmte gute Stellen. (Der Lehrer Oswald Tränkenschuh macht sehr gut besuchte Führungen zu solchen Steinen in den Haßbergen. Auch bei uns gibt es Areale mit solchen Heilsteinen.). Ob ein Felsen gut abstrahlt, liest man auch an den Bäumen ab. Denn biegt sich ein Stamm weg vom Fels, weicht er Schlechtem aus. Hat der Stamm viele Auswüchse, steht er auf einem unruhigen Platz. Dreht sich sein Stamm, ist das der Versuch, ein Überpotential von Plus oder Minus am Standort auszugleichen. Streckt ein Baum aber seine Äste über konzentriert einen bestimmten Punkt,liegt darunter ein gut abstrahlender Erdfleck.





Kontakt: Th. Knauber - E-Mail