Kindertag & Entenschwimmen

Der Kindertag im August machte im Vorfeld viel Arbeit: Was man alles ranschaffen muss, kaufen, aufbauen und Liste abhaken. Aber es lohnte sich. Doch weil minimal zu wenig Helfer da waren, entfalteten sich die 18 Kinder teils selber. Es entstand ein wohltuendes Durcheinander. Daraus lernte ich: Es geht auch ohne Regeln.

Student Bibek aus Nepal leitete den Brückenbau perfekt. Alexandra vom BN Auerbach lud zu Mandala-Legen aus Naturmaterial ein, was oft poesievolle Gestecke ergab. Yvonne wurde aus dem Stand zur kreativen Kartoffel-Druck-Expertin. Avis hatte einen Riesenerfolg mit ihrer Idee, einen Obstsalat machen zu lassen (anstatt Pfannkuchen am Feuer - zu viel Grasbrandgefahr). Ich hatte pausenlos zu tun beim Schiffchen-Bau und Matteo sorgte für die Aufsicht am Bach.

Dieser Bach ist Goldes wert. Er ist der ideale Spielort für Kinder.

Am Ende bedankten sich sogar gestandene (etwas wilde) Jungs, dass es schön war und sie wiederkommen. Und Yvonne als Ferienprogramm-Chefin ermutigte uns, den Kindertag immer anzubieten - weil in letzter Zeit so viele Vereine abgesprungen sind.

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Am nächsten Tag war das Entenschwimmen. Matteo machte nochmal die Aufsicht am Bach und ich war der Handwerker. Sieben Eltern hatten sich mit ihren Kindern angemeldet. Jetzt war es lustig: Eine Mutter war sofort voll Speed dabei, das Vorzeichnen für ihre drei Kinder zu übernehmen. Ich sagte: "Das sollen fei Ihre Kinder machen." Es nützte nichts. Ich stellte um und sagte: "Das ist jetzt das Basteln für die Eltern."

So war es dann: Die Väter genossen das Aussägen, lehrten mich neue Techniken, schliffen und werkelten. Ihre Kinder hatten Glück, wenn sie das Bemalen frei ausführen konnten. Aber aus jeder Ente wurde was, und der eine Vater sagte: "Das nächste Mal bring ich meinen Akku-Stichsäge mit, dann geht´s schneller." Und der andere Vater beschwor mich: "Machen Sie das Entenschwimmen jedes Jahr! Es ist so schön."

Es war wirklich schön. Es ergaben sich so schöne Bilder auf der Pegnitz, wenn die bunten Enten dahinschaukelten.

Jetzt war ein minimal behinderter Junge dabei. Aber beim Aussägen mit der Stichsäge verfolgte er so klug alles, was zu beachten war, dass ich staunte - ein Phänomen.

Dann erforschten die Jungs rund um die neue Brücke den Bach. Und entdeckten so viele Scherben und Müll. Darunter ein Skateboard und drei Puks vom Eishockey. Eine schwere Eisenstange, eine Militärhose.

Schon am Tag zuvor war ein dickes Buch aus den Fluten aufgetaucht, von Ken Follet.





Kontakt: Th. Knauber - E-Mail